Sonntag, 10. April 2011

von natur und kultur. oder: weit, weit raus ins freie.


die schweden zählen nur zu gern die kalenderwochen und werfen dann mit diesen zahlen um sich, um datumsirrungen und -wirrungen zu vermeiden. tue ich es ihnen gleich, so stelle ich fest, dass sich für mich woche neununddreißig dem ende neigt. faszinierend, wie sich im blaugelben land die minuten, stunden, tage aneinander reihen und die zeit vergeht. unzählige erlebnisse, eindrücke, erinnerungen füllen jetzt schon meinen schrank, mein tagebuch, meinen kopf. und doch ergeben sich jede woche neue aufgaben und angebote, die ich wahrzunehmen und zu nutzen versuche. die letzten tage gestalteten sich diesbezüglich gut gemischt. zunächst zeigte sich mein alltag eher von der häuslichen seite, mit kinder- und aupairerkältung, schreibtisch- und schwedischstunden, abend- und extraeinsätzen. und schließlich endlich der lang herbeigesehnte freitag, der arbeitsabstand und erholungsmomente verspricht. wenn daheim die decke auf den kopf zu fallen droht, wächst der wunsch nach ausflügen und ausflüchten ins freie, nach neuen gebieten und gelegenheiten. am samstag stand deshalb eine fahrt ins grüne auf dem programm. der nationalpark etwas außerhalb stockholms erfrischte die lungen mit sauberer luft, die ohren mit ungewohnter stille und die augen mit dichten wäldern und winterlichen schneeresten. an dieser stelle sei erwähnt, dass festes schuhwerk und räuberklamotten nicht nur für den kindergeburtstag, sondern auch für matschspaziergänge eine gute idee sind. hätten wir schwedische kultur und tradition bis ins kleinste detail ausleben wollen, hätten wir außerdem unsere eigenen würstchen auf dem gemeinschaftsgrill bräunen müssen - denn korv med bröd kann hier fast als nationalgericht bezeichnet werden. zurück in der zivilisation boten sich andere kulturelle möglichkeiten. zur kulturnacht stockholms öffneten viele museen und kirchen ihre türen. leider gelangte ich nur selten bis dorthin, weil lange schlangen in der kälte nicht unbedingt lust auf geduld aufkommen ließen. und trotz allem bin ich dankbar für alle chancen, die sich mir bieten und von denen ich immer wieder profitiere. hier, am lieblichsten erdenort mit seinem licht, seinem himmel und seinen grünen weiten.

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