in dieser woche habe ich wahrscheinlich den ersten sonnenbrand des jahres erhalten. die roten apfelbäckchen nehme ich aber nur zu gern in kauf, wenn das warme, wunderbare tage bedeutet und sich gleichzeitig eine mischung auf frühlingsfreude und sonnensucht einstellt. eis und schnee haben endgültig den rückzug antreten müssen und platz für farbenfrohe frühblüher, grüne knospen und trockene wege gemacht. die beiden kleinen rabauken waren auf so einen umschwung wohl eher nicht eingestellt und forderten einige erkältungstage daheim, die aber dann durch einen fahrradausflug mit brötchenpicknick der grünen jahreszeit gebührend abgeschlossen wurden. nicht nur die kinder kamen auf ihre kosten, auch ich habe dieses kleine 'mellis' (eine verniedlichung des schwedischen ausdrucks für eine zwischenmahlzeit) im freien sehr genießen können. wiederholen ließ sich dieses schöne erlebnis dann direkt am nächsten tag, diesmal in gleichaltriger begleitung und mit käsebrötchen auf einer dachterasse. jetzt gilt es, sich an das sommerlichere stockholm zu gewöhnen, mit touristen und straßencafés, mit menschenmassen und marktständen, mit eisbuden und abendangeboten. wo man früher fast einsam durch winterkalte gassen schlenderte und schnell mit steifen fingern ein erinnerungsfoto schoss, tummeln sich heute die schaulustigen und stadtreisenden. und ich ertappe mich selbst dabei, wie auch ich mein schwedisches leben noch einmal neu sehen und schätzen lerne, wie ich mit anderen worten wieder größere lust habe, die schwedenflagge vor meinem gedanken- und gefühlshäuschen zu hissen und die nationalhymne vor mich hin zu summen. sehr schwedisch und sehr königlich ging es vor allem heute für mich zu: auf einem boot legte ich den weg zwischen arbeitsplatz und wohnort von carl xvi. gustaf zurück. vor dem stockholmer schloss hatte ich am mittwoch den wachwechsel erlebt, mit viel präzision, disziplin und trommelwirbel. zum sonntag ging es etwas ruhiger zu, beim schlendern durch das schloss drottningholm, das fast ein wenig an das französische prunkschloss in versailles erinnerte, kam fast ein wenig ferienfeeling auf. und so falsch ist das gar nicht: nur noch einige wenige tage, dann werden hier die osterbuffets gedeckt und die eier gefüllt. und für mich gibt es ein besonderes geschenk. besten besuch, sozusagen. und da vorfreude bekanntlich die beste freude ist, grüße ich heute abend gut gelaunt und glücklich gestimmt. ha det gott!
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