die letzte woche wurde von einer art des lebens und entdeckens bestimmt, die mir gar nicht mehr so vertraut und bekannt war: ich war als tourist unterwegs. dieses besondere gefühl begann schon am sonntag, als ich spontan in einen der stockholmsightseeingbusse sprang und mit einer freundin und ein paar kopfhörern zwei stunden rundfahrt durch schwedens faszinierende hauptstadt genoss. viele ecken erkannte ich wieder - 'ah, schau mal, hier bin ich schon gewesen!' einen ganz anderen eindruck vermittelten mir die letzten tage. am montag startete meine erste einsame reise ins unbekannte. tallinn war aufenthaltsort nummer eins und beeindruckte mit spitzen türmchen, engen gässchen, leckeren genüsschen. hier schien die zeit im mittelalter stehen geblieben zu sein, als steinstadtmauern und verteidigungsfestigungen die heutigen alarmanlagen und überwachungskameras ersetzten. innerhalb der früheren stadttore fällt das zurückdenken und zurückfühlen leicht. spaziert man allerdings aus dem stadtkern heraus, begegnet man der gegenwart und technisierung: neubaublocks, glashochhäuser und riesenbauten schaffen platz für industrie, einwohner und konzerne. meine sichere und pünktliche ankunft am aufenthaltsort nummer zwei verdanke ich auch einer neueren erfindung, nämlich einer großen fähre, die mich von tallinn nach helsinki brachte. dort dominiert der jugendstil die ordentlich angelegten straßen und alleen. zu fuß und mit der straßenbahn erkundete ich die finnische hauptstadt und war wirklich beeindruckt von einer gelungenen kombination von form und funktion. das spiegelt sich im großen und im kleinen wider - denn ein kleiner bummel durch helsinkis designläden ist auf jeden fall lohnenswert und weckt die sehnsucht nach einem praller gefüllten portemonnaie. schon am nachmittag verließ ich die stadt - vielleicht nicht mit unzähligen einkaufbeuteln, dafür aber mit wunderbaren und bezaubernden bildern im kopf und im herzen. der letzte abschnitt meiner entdeckungstour, die rückfahrt mit dem schiff von helsinki nach stockholm, war mir am unangenehmsten, ließ andernseits aber die vorfreude auf meine wahlheimat steigen. die begrüßte mich mit trübem grau und dicken schneeflocken, hielt aber auch wiedersehensfreuden und entspannungsmomente bereit - nach dem ereignisreichen, einsamen reisedasein genau das richtige.
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