manchmal entsteht in mir wirklich die frage, wie hier ein gewöhnlicher tag aussieht, was meinen alltag ausmacht, wo sich routinen und muster ergeben. hin und wieder scheine ich in meinen schwedischen rhythmus hineinzugleiten, der dann aber oft von erlebnissen, eindrücken, ereignissen durchbrochen wird. von zeit zu zeit gehören enttäuschungen dazu, mit denen umzugehen mir nicht immer leicht von der hand geht. oder es ist die verbindung nach hause, die sehnsucht und heimweh in mir aufkommen lässt. oder es schleichen sich erkenntnisse und sicherheiten ein, die ich momentan mehr als willkommen heiße. oder aber eine frustwelle kommt auf, die es zu bekämpfen gilt - am besten mit gesprächen und gebäck. und dann gibt es natürlich noch die besonders besonderen tage, zu denen der freitag gehört. zum ersten mal habe ich nicht mit meiner, sondern einer anderen, mir trotz allem immer noch fremden familie in ein neues lebensjahr gefeiert. meine angst vor den grünen marzipanmassen der princesstårta war glücklicherweise unbegründet - stattdessen durfte ich mich über rhabarbertorte, heimatpäckchen, glückwunschkarten und geburtstagslieder freuen. schweden machte mir ein ganz besonderes geschenk: fünfzig zentimeter neuschnee, die mein lieblingsland wieder in eine bezaubernde glitzerwelt verwandelten, gleichzeitig aber für ordentlich chaos und durcheinander sorgten. am samstag schnappte ich mit deswegen einen plastikschlitten und nutzte die gelegenheit - denn wer weiß wirklich, wie verlässlich der skandinavische winter noch ist? über die zurückgekehrte kälte freuten sich auch ambitionierte eisläufer, die heute die 80 kilomenter zwischen uppsala und stockholm beim vikingarännet 2011 zurücklegten. weil die letzte nacht spät endete, waren wir heute beim zuschauen auch nicht unbedingt früh dran - und konnten immerhin noch einen blick auf fünf nachzügler erhaschen. danach setzten wir einen wundervollen wintersonnenspaziergang fort und genossen klirrekälte und schneezauber. und in diese welt lade ich nächste woche meine schwester ein, die hoffentlich mit dicken mützen und schwedenlust anreist und auf deren ankunft ich mich schon jetzt freue. dann kommt nämlich ein bisschen heimat zu mir. ein wunderbares bisschen.
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