während bei manchen so langsam die frühlingsgefühle geweckt werden und die sehnsucht nach wärme und sonne wächst, freue ich mich über schnee, eis und kälte. was bin ich froh, dass die plusgrade für die weiße welt noch nicht das ende bedeutet haben. das zwiebelkleidungsprinzip, das besonders für die beiden jungs hier gilt, bringt am morgen nicht unbedingt das maximale vergnügen, sondern sorgt hin und wieder für stress, hektik, anspannung. danach ist aber zeit zum durchatmen, zum aufatmen. und auch zum genießen, denn der anblick des eises und der flocken ist bezaubernd:
der winter
christian morgenstern
der fjord mit seinen inseln liegt
wie eine kreidezeichnung da;
die wälder träumen schnee-umschmiegt,
und alles scheint so traulich nah.
so heimlich ward die ganze welt...
als dämpfte selbst das herbste weh
aus stillem, tiefem wolkenzelt
geliebter, weicher, leiser schnee.
allerdings habe ich keinen fjord, sondern den schärgarten direkt vor der tür. in dieser woche durfte ich meinen neuen heimatort vom wasser aus betrachten, als ich einen spaziergang auf dem eis unternahm. die winterstille beruhigt durcheinanderköpfe und regt gleichzeitig zum nachdenken an. die beine bekommen bewegung, die augen ein wunderbild. beeindruckend war auch ein rundgang auf djurgården, bei dem ich mit malin (nein, nicht på saltkrokan, sondern hier und jetzt als barnflicka in stockholm) kilometer um kilometer zurücklegte und mich am ende fragte, ob meine fingerspitzen eigentlich noch an ihrem alten platz sind. aus diesem grund optimierten wir unsere winterausflugspläne am samstag, als wir uns das gemütliche örtchen sigtuna ansahen, das man mit zug und bus von stockholm aus gut erreichen kann. zunächst begegneten wir hier bei ersten vorsichtigen schritten auf der zugefrorenen ostsee spaziergängern, eisläufern und schlittenfahrern und genossen die weiße weite. anschließend wurde schnell für innere und äußere wärme gesorgt: mit fikapäuschen, kuschelsofas und heizungsluft. und heute? an diesem sonntag steht pulkavergnügen auf dem plan. in einem innenstadtpark in stockholm darf jedermann sich nämlich unter fröhliche kinder mit plastikschlitten mischen und schneehügel hinabsausen. ja, jag älskar den svenska vintern!
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