heute ist ein besonderer tag. als erstes werden heute die väter in schweden gefeiert. bei uns geschah dies mit hummern und saffransrisotto und 'bubbelvatten' am abend. vorher allerdings ehrte ich große väter der welt auf andere weise: alfred nobel, insbesondere dem von ihm gestifteten preis, wurde meine aufmerksamkeit zuteil, als ich sein museum besuchte und mich ein klein wenig auf zeitreise begab. das bedeutete nicht nur nahrung für den kopf (im moment bin ich wahrscheinlich ein wissensstaubsauger - ich muss wieder ein bisschen leben in meine grauen zellen bringen, habe ich den eindruck.), sondern auch kulinarischen genuss. ich durfte mich ein bisschen hineinfühlen in das große bankett am 10. dezember, habe ich doch die nobeleiscrème und einen schokotaler mit nobelprägung verspeist. mums! dann weckte die königsfamilie, ganz besonders aber deren schätze und kronen, mein interesse. in der skattkammaren bewunderte ich perlen und diamanten und gold und silber und außerdem die englischkenntnisse deutscher touristen, die einem hier überall begegnen. und am nachmittag war zeit für einen der väter der musik: mozart berührte und beeindruckte mich mit seinem requiem in der storkyrka in gamla stan. dort stehen schon die hüttchen für den weihnachtsmarkt bereit - umso angebrachter, vorher noch einmal innezuhalten und nicht in einem einzigen rasen durch die zeit den advent zu beginnen. vor allem gefielen mir die geste und symbolik der zuhörer in der reihe vor mir: eine mama war mit ihren beiden erwachsenen töchtern gekommen und hielt diese während des ganzen konzertes an den händen. ich glaube, es ist so wichtig, dass wir einander manchmal eine hand reichen oder eine helfende, führende, liebende hand gereicht bekommen und begreifen, dass wir uns nicht immer durch alles allein hindurchschlagen müssen. als zweites haben sich die einwohner des blaugelben landes für eine ihrer lieblingsspeisen wieder einmal einen tag erwählt: der småländische ostkaka wird heute wohl in vielen mündern und mägen gelandet sein. ja, auch ich habe einen käsekuchen gezaubert und genossen. immer mal wieder muss man den bauch einfach mit einem warmen stück kuchen füllen, um ein bisschen gemütlichkeit und vergessen zu ermöglichen. und zu guter letzte wohne ich nun seit genau vier monaten im liebsten geliebten schweden. vier monate voller eindrücke und erlebnisse und herausforderungen und abenteuer und glücksmomente und begegnungen und noch so vielem mehr, was in mir passiert und sich hier gar nicht beschreiben lässt.
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