am freitag war es so weit: der ungeliebte, gnadenlose wecker kündigte einen neuen tag an, den ich theoretisch wahrscheinlich eher schlecht gelaunt begonnen hätte. diese ahnung wurde aber alles andere als realität, vielmehr trat das gegenteil ein. ein blick aus dem fenster kündigte schwedischen winterzauber an und ließ mein herz höher schlagen. die bäume, die eigentlich noch buntes herbstlaub tragen, waren von weißem wunderpuder bedeckt und dicke flocken kamen vom himmel herunter. noch eindrücklicher wurde dieses bild, als in unserem haus der strom ausfiel und ich mit meinen beiden starken jungs im dunkeln weiter frühstückte. dem menschen, der die taschenlampe erfand, sei an dieser stelle ganz herzlich gedankt. allerdings gab es eigentlich keinen grund zur beunruhigung, schließlich sind hannes und ich mittlerweile unter die piraten gegangen und könnten uns wahrscheinlich gegen jegliche gefahr verteidigen (besonders das holzschwert scheint mir für diesen zweck sehr geeignet.). mats wurde am schneetag zum 'kapitän' des saabs, der glücklicherweise am mittwoch seine reifen mit spikes erhalten hatte. und auch ohne fernrohr ließ sich erkennen, dass das eine weise entscheidung war: allein auf dem weg nach norrtälje sahen wir sieben autos und einen lkw, die sich dem schneevergnügen im straßengraben hingaben. mittlerweile ist inseestechen wahrscheinlich wieder besser möglich, denn so viel weiß ist nach reichlichen regengüssen gar nicht mehr übrig. zum glück reichte bereits ein kleiner spaziergang zum kühlschrank aus, um ein schwedische seebesonderheit in die freiheit (oder besser: auf die teller) zu entlassen: surströmming, vergorener hering, wurde heute abend von mir getestet und für gut befunden. wenn die kleinen fischlein auf dem tisch landen, wird das abendessen zum erlebnis: die dosenöffnung wird im freien durchgeführt (dem geruch widme ich lieber nicht so viele zeichen, denn der ist nichts für empfindliche näschen.). anschließend belegen alle hungrigen mit viel liebe ein tunnbröd mit kartoffelscheiben, zwiebel, fischfitzelchen und gräddfil. und so schließe ich diese woche als frisch gebackener seeräuber mit speziellen sinneseindrücken, wundervollen winterbeginnserinnerungen und stetiger schwedenlust ab.
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