mein sechster schwedischer sonntag. und wieder schließt er eine woche mit neuen eindrücken, erlebnissen und erfahrungen ab. im hintergrund ist hannes' lachen und plappern und herumturnen zu hören. wahrscheinlich genießt er das wochenende ebenso sehr wie ich, hat doch für ihn am dienstag die schule mit all ihren neuheiten und herausforderungen begonnen. ich habe hier für ein klein wenig deutschland gesorgt, und so hatten wir ein kleines schulanfangsfest, mit tacos und vanilleeis und zuckertüten aus partyhütchen (zitat hannes: 'käthe, warum sind denn hier immer solche gummibänder?' - hm, weil ich nicht wusste, wie ich sonst solche tütchen hätte formen sollen. meine antwort: 'damit man sie dann gleich noch einmal als hut benutzen kann. ist das nicht praktisch?'). auch star wars hatte es wieder geschafft, bestandteil dieses ereignisses zu werden und beglückt hannes nun in form von stiften und papier. hier sei angemerkt, dass ich den jedirittern gar nicht so böse darüber sein kann - hannes kann jetzt nämlich meinen namen schreiben und tut dies des öfteren, eben weil er alles aus der starwarswelt in sein kinderherz geschlossen hat. für ihn gab es also viel zu entdecken, viel zu lernen, viel zu bestaunen. und wahrscheinlich bedeutete dieser neubeginn für ihn auch verzicht auf so manches, was er vielleicht gern noch fortgesetzt hätte. mir ging es ganz ähnlich. auch ich habe wieder viel herausgefunden und ausprobiert: wir haben eine neue küchenmaschine, die ich schon jetzt von ganzem herzen liebe und sogar einigermaßen verstehe. okaj, vorher musste ich lena fragen, wie ich sie anbekomme. haha, ich hatte den stecker nicht in die steckdose gesteckt - technische geräte und ich sind einfach keine gelungene kombination. aber dann habe ich ganz allein gemixt und wunderbare hilfe bei der zubereitung von tomatsås med äpple och lök, kryddsmet med cashewnötter und morotsmarmelad med citron och kanel genossen. fast täglich hatte ich telefonate auf schwedisch zu managen (schön, dass ich immer wieder 'sie' und 'er' verwechsle und regelmäßig für verwirrung sorge.) und einen kleinen plausch mit den supermarktangestellten gehalten. bei diesem stichwort kommen mir auch meine gespräche mit harald wieder in den sinn. er hat versucht, mir die vorzüge von computerspielen und lanparties näherzubringen. leider nicht unbedingt erfolgreich. aber erkundigen musste ich mich doch, höre ich doch hier von meinem zimmernachbarn quasi jeden abend über headset vereinbarte spielstrategien. ich ziehe dann jympa vor, denn so kann ich energie loswerden, mit schweden zusammen sein, motivierender musik lauschen und auch ein bisschen blaugelbe eigenheit erleben. und neben all diesen genüssen und entdeckungen hat eben auch verzicht in meinem alltag einzug gehalten: in den letzten tagen habe ich mich mit der hundeversorgung vetraut gemacht und mein stelldichein mit oskar hinter mich gebracht. sein tagesschema, für das ich nun verantwortlich bin und das dem eines neugeborenen gleicht, schränkt mich schon ein und sorgt so manches mal dafür, dass ich tief durchatmen müssen, um ihm dennoch zuwendung schenken zu können. zum glück gibt es allerdings hier nicht in der mehrheit hunde, sondern menschen, die ich auf jeden fall zu meinen herzensmenschen zähle, auf die ich mich freue und die mir hier schon unzählige schöne stunden beschert haben. ich glaube nicht, dass es einen guten vergleich für das gefühl gibt, immer mehr teil einer familie zu werden, immer mehr zusammenzuwachsen und immer mehr aneinander zu entdecken und zu schätzen. ja, sverige, jag älskar dig. vänaste land uppå jord, jag älskar din sol, din himmel, dina ängder gröna. jag byter dig ej, mot allt i en värld. nej, jag vill leva i norden!
Ist der Hund denn wenigstens lieb? Hab heute meinen Vertrag bekommen und werde nächste Woche bei der Polizei angemeldet. Und morgen habe ich meine erste richtige Stunde in der Sprachschule. Liebe Grüße aus Norwegen
AntwortenLöschenfragt man lena, ist oskar ein 'fin hund, duktig hund, ja vilken fin hund vi har, en riktigt fin hund.'. mein urteil fällt da ein bisschen anders aus, aber das hängt mit meiner großen abneigung gegen diese kläffenden lebewesen zusammen. - in meinem vertrag findet sich leider auch 'rasta hund', und von daher muss ich wohl damit leben. aber ist es nicht ein wundervolles gefühl, so langsam richtig anzukommen und alles in sack und tüten zu bekommen und kultur und sprache und menschen immer mehr kennenzulernen? ha det så bra, min kära!
AntwortenLöschenHihi. Na, da bin ich ja froh, dass es dir so gut geht. Ich muss nur zu geben, dass ich eine richtige Abneigung gegen das Schwedisch bekomme. Also nicht gegen das Hören, aber wenn ich das lese, ach ich weiß nicht. Unsere æ´s und ø´s sind einfach viel schöner als ä und ö. Aber jetzt muss ich mich an meine Hausaufgaben machen.
AntwortenLöschenLiebe Grüße!
auch hier sieht mein urteil ein bisschen anders aus (: heute morgen habe ich im radio eine diskussion zwischen einem norweger, einer dänin und einem schweden gehört - irgendwie faszinierend, dass es dann doch so große unterschiede gibt. vi hörs, självklart!
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