Sonntag, 15. August 2010

von dekorationsakkumulationen und feiermomenten. oder: zwei familien, zwei herzensorte.

der für mich schönste satz in dieser woche kam von mats. er habe jetzt für ein jahr eine extratochter, erklärte er mir mit seinem wunderbar verschmitzten lächeln, und war sich vielleicht gar nicht unbedingt bewusst, wie viel freude er damit bei mir auslösen konnte. auch ich habe den eindruck, immer mehr teil der kleinen hultinwelt werden zu wollen und zu dürfen. und die hält so vieles für mich bereit: mit hannes bereise ich den weltraum (stellt euch mal vor, am freitag habe ich drei neue bionicles getroffen!) und werde zum glück von luke skywalker vor jeglicher gefahr beschützt. mit harald tausche ich mich (meist wortlos, und das ist das besondere daran) über die kleinen und großen fragen des alltags aus. mit lena lerne ich das einkochen von marmelade (die hier interessanterweise nur zu pannkakor gegessen wird und nur sehr selten den weg auf eine scheibe brot findet) und die herstellung von saft (für alle schwedenreiseplanenden: saft ist sirup, juice ist saft.). und mit mats kann ich vielleicht irgendwann einen kleinen party- und cateringservice eröffnen. am freitag gab es hier nämlich grund zum feiern: mats' mama (schwedisch farmor) zelebrierte ihren fünfundsiebzigsten geburtstag auf der sonneninsel und mats und mir oblag die vorbereitung dieses ereignisses. dafür hatte mats einen kleinen großen einkaufsausflug unternommen, während ich mit hannes in einem ikeakinderparadies im großformat hüpfburgen und riesenrutschen testete. wobei seine euphorie über seine eroberungen hannes' kindlicher freude in nichts nachstand: für das bevorstehende krebsfest gesellten sich nun mondlampions, dillblüten, luftballons, franzosenbutter, räuchermuscheln, schnapsfläschchen, metallkrebse, tischdeckchen, käseköstlichkeiten und partyhütchen zu unserer festgemeinschaft. und so starteten wir nach teamwork und meerbad in einen wundervollen abend mit vielen herzlichen momenten, vielen lachenden gesichtern, vielen familiären freuden. es war zwar nicht findus, der seinen geburtstag feierte, dennoch hatte ich, weil wir im sommer keinen ofen haben, eine waffeltorte gebacken, die sehr schnell in den zufriedenen mündern verschwand. und da man die feste ja feiern soll, wie sie fallen, fuhren wir gleich am samstag mit dem motorboot zu einer kleinen insel im schärgarten, auf der uns musik und sonnenstunden und picknick und badefreuden erwarteten. immer mehr schließe ich dieses kleine volk, das so gern singt und lacht und beisammen ist, in mein herz. ja, manchmal scheint die todoliste kein ende zu nehmen. ja, manchmal verfluche ich leise alle hemden dieser welt dafür, dass sie immer wieder auf die bügelbretter (und ganz speziell auf meines) wollen. ja, manchmal würde ich hannes gern davon überzeugen, dass es sich am besten still und ohne spielsachen spielt. ja, manchmal habe ich lust, ganz flugs nach hause zu fliegen und meine mama, meinen papa, meine schwester fest in den arm zu nehmen. und trotzdem weiß ich im kopf und im herzen, dass ich jetzt hier in meinem bezaubernden schweden, auf meiner bezaubernden insel, in meinem bezaubernden haus, und insbesondere bei meiner bezaubernden familie zuhause und an meinem herzensort bin.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen